Cet enfant
23. Mai 2009, 15:13 von einszweidrei
Hurrah, wir proben wieder. Nach Monaten der Vorbereitungen auf mein Herzensprojekt ( mit Texten von Lothar Walsdorf, Aufführung geplant für Oktober 2009) hatte ich heute eine erste Probe für die Szenische Lesung von "Cet enfant". In einer wunderschön gelegenen Remise in Kreuzberg, dem Ort an dem das Ganze kommenden Dienstag stattfinden wird, haben wir uns heute getroffen und kennengelernt. Es wird fein! Auch ein Kontrabass wird zu hören sein, morgen schauen wir mal wie das funktioniert. Ich liebe meine Rollen, ein ganzes Bukett von Mutterfacetten… Von Inzest bis Psychoterror, von unerfülltem Kinderwunsch bis Leichenschauhaus, alles dabei. Die Texte kommen leichtfüssig daher, Alltagssprache, aber das macht es auch schwierig. Ich freu mich!
Geschichten aus dem Wiener Wald
25. Oktober 2008, 15:38 von einszweidrei
Gestern habe ich mir hier in der Volksbühne den Marthaler-Abend angesehen. Ich bin eine langjährige Verehrerin seiner Inszenierungen und schaue mir alles an, was in erreichbarer Nähe gegeben wird… (Erinnerungen an den Kaugummiautomaten im "Pierrot Lunaire", eine Damen-Handtasche in "Kasimir und Karoline", "Danke für diesen guten Morgen" in "Murx"….. wem erzähle ich das!)
Von gestern bleiben mir ein grossartiges Solo von der wunderbaren Trockenschwimmerin Bettina Stucky und die unüberhörbar stumm zitherspielende Grossmama.
Herrn Jaeggi und Herrn Ostendorf zu rühmen hiesse, Schnee auf das Matterhorn zu schaufeln…
Wieder dieser sich unglaublich langsam entwickelnde Humor, bei mir erzeugt er an Hysterie grenzende Heiterkeitseruptionen, gestern habe ich bei (war das wirklich Matschke!) einer Men-Strip-Parodie des "Rittmeisters" so sehr gelacht, dass mir die Tränen liefen.
Auch den wahnsinnigen Keyboardspieler muss man gesehen und, vor allem, gehört haben!
Interessant finde ich, dass diese "Einlagen" scheinbar aus dem Nichts geboren werden und sich wieder verleppern, obwohl das Publikum so aufgepeitscht ist, dass es sich zu einem Szenenapplaus hinreissen liesse…. wenn man es denn liesse!
Nachher traf ich Katja Kolm, die ich aus Salzburger Zeiten kenne, wo sie als 16jährige Schülerin an unserem Theater debutierte, ich höre sie noch singen "der Himmel ist wie ein Garten, mit Rohohohosenbüüschen", unvergesslich auch ihre Tierimpro bei Rosetta Nemtschinskajas Stanislawski-Etüden, seitdem hiess sie bei uns nur "La Raupe"… Und heute, was für ein prachtvoller Schmetterling ist sie geworden! Sie gibt die "Valerie" als nie die Contenance verlierendes Vollweib, und wenn sie sie einmal verliert, dann weiss man genau, was sie damit bezweckt. Kurz, sie betritt die Bühne und man weiss sofort, dass "die Bude ihr gehört" (Zitat Salka Viertel). Chapeau Chapeau.
Ich geh viel ins Theater gerade, vielleicht weil ich, wenn ich zurückblicke auf das letzte halbe Jahr, die traurigen Reste einer Reihe von Strohfeuerchen sehen muss, und ich wieder Mut finden will, an diese Wunder-Maschine Theater zu glauben?
Immer noch liegt dieser grossartige Text auf meinem Tisch, den ich unbedingt "machen" will, aber das hängt noch an einigem, nicht zuletzt an der Finanzierung.
Neuerdings lasse ich mich in Film, Fernseh- und Werbeangelegenheiten exklusiv von der Agentur Absolutely Fabulous vertreten. Endlich stehe ich mit Vita und Fotos im Netz.
Zur Zeit suche ich Material für eine weihnachtliche Lesung auf meinem Lieblingsschloss aus, hadere immer noch mit dem vielen ungeordneten Papier, dass sich hier magisch anhäuft, tanze viel, vor allem Tango argentino, und freue mich aktuell auf heute abend Sophiensäle (Tanztheater) und Volksbühne (Liechtenstein performt) und morgen Philharmonie (Requiem Mozart).
Hier geht es zum Schloss, es gibt viele Bilder von unseren Lesungen im Mai zu sehen: Goseck
Warum schreibe ich eigentlich so selten. (nachdenkliches Seufzen)
Goseck
08. Mai 2008, 23:35 von einszweidrei
Ermüdet von tausend Genüssen, die Natur und Kunst mir heute gaben, und gestimmt zu einer wunderbaren Heiterkeit sitze ich hier in einem hohen, gewölbten, gothischen Gemach des alten Bergschlosses Goseck, wohin mich die Freundschaft des Besitzers rief und blicke gerührt nach der Gegend zurück…
Novalis
am 5ten Oktober 1791 an Prof. Karl L. Reinhold in Jena
Liebe Freunde, Verrückte, Verliebte und Verführbare!
Vom 10. bis 12.05. werde ich als Gast der Hörlounge Potsdam beim "Theater zu Pfingsten" in Goseck mitwirken. In diesem uralten Schloss, wunderschön an der Saale gelegen, werden wir eine Bearbeitung von Oscar Wildes "Gespenst von Canterville" und einen Novalisspaziergang mit Texten aus dem "Heinrich von Ofterdingen" aufführen, ausserdem gibt es eine literarische Ausgrabung mit einem Text von Hartmut El Kurdi und eine gespielte Filmlesung zu "Frankenstein" zu erleben.
http://www.schlossgoseck.de/site/wortwerk.htm
Kommt alle sehr zahlreich und bringt noch jemanden mit.
Letztes Wochenende haben wir uns in Goseck getroffen und ausprobiert, ob der Novalisrundgang funktioniert.
Ich bin immer noch verzaubert, dieser Ort ist wunderbar geeignet für das, was wir vorhaben.
Hoffentlich hält der Sommer an!
Wunderbar, wenn gotische Spitzbogen plötzlich maurisch anmuten.
Die Macht der Phantasie.
Ruby Town
08. Mai 2008, 23:30 von einszweidrei
Hat von Euch jemand Ruby Town besucht, in Köln, oder, wie ich gestern, beim Theatertreffen in Berlin?
Mich interessieren Eure Meinungen.
Ich habe zwei Stunden dort verbracht und hatte durchaus Vergnügen beim Smalltalk und beim Interviewen der Bewohner.
Mein Leben hat sich nicht verändert, nein, und die Frage, wer ich bin, hat sich mir auch nicht neu gestellt.
Ich habe mich allerdings gefragt, wer ich eigentlich als Tourist bin.
Ich kam zu dem Schluss, dass ich hier (wie immer) Teil einer sozialen Installation bin und dass ich meinen Part gerne gebe, solange man mich nicht spüren lässt, dass ich über den Tisch gezogen werden soll.
Das war in Ruby Town nicht der Fall, und ich hätte vielleicht Wodka trinken sollen um "bunte Tapeten zwischen mich und die Welt zu stellen", aber ich mochte das Gefühl des Fremdseins und wollte es mir erhalten.
Ich tanzte mit dem Leutnant, der aussah wie ein Neffe von Michael Palin, und ich sah einen veritablen Schwertschlucker, der in ein totaaal authentisches Schaffell gewickelt war.
Auf Fragen nach seiner Beziehung zu diesem Schaf reagierte er zickig, das passte gar nicht zu seinem Machogehabe.
Lebenszeichen
13. Dezember 2007, 12:25 von einszweidrei
Liebe Freunde der darstellenden Künste, ich bin in der letzten Zeit etwas mitteilungsarm gewesen, da ich meine Energien auf anderen Baustellen vertanzt habe…im neuen Jahr wird alles NOCH besser! Ich wünsche schon mal fröhliche Feiertage und grandiose Jahresendparties, auch will ich hier ein Kerzlein aufstellen für all diejenigen unter uns, die zwei bis drei mal am Tag vor die Rentierschlitten des Weihnachtsmärchens gespannt werden und dort tapfer ihren Dienst versehen, meinen Respekt habt ihr!
Ich gastiere zur Zeit bei lunatiks produktion (www.lunatiks.de) in deren interaktiver Performance "winter to go", und zwar am
Samstag, 15.12., von 16-21h (mit Überraschungsgast aus Kopenhagen)
Samstag, 22.12., von 16-21h
Sonntag, 23.12., von 16-21h
Kurz vor dem Ziel
07. Juli 2007, 13:49 von einszweidrei
Die letzten Wochen waren wie ein unendlicher Marathon, am 30.06.07 haben wir unser "Glück ist nicht immer lustig"- Projekt wiederaufgenommen. Dafür hat sich Arno Kleinofen weitere Shakespeare-Verklammerungen einfallen lassen. Ich alias Regoneril (ein Hybrid, ein Monstrum!) hatte mehr Raum, mein Zerstörwerk zu motivieren, die Rolle des Narren wurde deutlicher herausgearbeitet, Maria Baton hat ein schönes Lied aus der "Spaziergängerin von Sanssouci" gesungen.
Kurz, wir haben wieder richtig geprobt!
Gleichzeitig lernte und probte ich schon für Daniel August Mais Theaterabend, der heute, 07.07.07 Premiere hat. Das Stück "sucker's end" ist eine Collage aus Texten, hauptsächlich von Volker Braun und Heiner Müller.
Daniel nennt es "essayistisches Theater", jeder sei herzlich eingeladen, sich heute abend anzusehen und -zuhören was das ist!
Es spielen Mitglieder des Ensembles öffentliche Leben, Ort ist das Mastul e.V, Liebenwalder Str.33 in 13347 Berlin, Beginn ist 21h
(Die Jungs vom Mastul machen ein wirklich tolles Kulturprojekt, das erzähle ich auch überall weiter. Aber wie sie auf ihrer Homepage Daniels Ankündigung verkürzt haben ist eine Frechheit, so! Ich finde den Text auch zu ausführlich (sorry, Daniel) aber in der Form ist es sinnentstellend.) Also: bitte nur den Flyer ansehen… www.mastul.de
Zudem beschäftige ich mich auch schon mit meiner nächsten Baustelle: Dienstag, den 10.07. um 19h30 lese ich die Titelrolle in "Perpetua's Passions", einer zweisprachigen Lesung im Rahmen des internationalen Symposions der Humbold Universität. Regie führt Toni Bernhart, die Veranstaltung ist öffentlich (Eintritt frei).
http://www.sfb-antike.de/
Ort: ICI Christinenstr.18-19, Haus 8 10119 Berlin
http://www.ici-berlin.org
Dass ich einen 30-Stunden-Job habe, um mir das Freie-Schauspielerinnen-Leben in der Hauptstadt unbevormundet von irgendwelchen Ämtern leisten zu können, habe ich noch gar nicht erwähnt…
Nun, das Ziel ist nah und nächste Woche will ich endlich mal wieder tanzen gehen.
Ich freu mich drauf!!!
Dies ist eine Baustelle
22. Mai 2007, 00:41 von einszweidrei
Liebe Freunde, Neugierige, Verrückte und Verliebte!
Am Mittwoch haben wir endlich Premiere.
Danach werde ich hoffentlich Zeit finden, mich um diesen bislang leider noch ungenutzten Schauplatz der Möglichkeiten zu kümmern.
(zu sich) Geduld! Geduld! Geduld!
Einladung:
Glück ist nicht immer lustig. III
„Die Deutschen sind im Pflegeheim!“
nach Texten Weddinger Seniorinnen in der Bearbeitung von Ines Eck
und in Anlehnung an W. Shakespeares „ König Lear“.mit: Maria Baton | Doro Schwarte | Daniela Zähl
Inszenierung: Arno Kleinofen, Daniel August Mai | Bühne, Kostümbild: Sybille Jagfeld
Technik: Rainer Matthes | Musik: Hans-Jürgen Simon, Stefan Schwarz
Eine Produktion des Ensemble Öffentliche Leben
Premiere: 23.05.07, 20h
Weitere Vorstellungen: 24.05.07 / 28.05.07, 20 h
theaterbar, Chausseestr. 35, Berlin-Mitte
Karten: 10,- / erm. 5,-
Telefonische Kartenvorbestellung unter: 030 - 30882772